Romane

Unten stehend möchten wir Dir wirklich lesenswerte Romane näherbringen. Dabei verstehen wir Romane nicht nur im ganz engen Sinne, sondern haben ein weiteres Verständnis davon. Wir fassen darunter jede Form von herausgehobener literarischer, philosophischer oder künstlerischer Leistung, die im Stande sind entweder die Kultur, das Denken oder die Sprache nachhaltig beeinflusst haben oder einen ganz besonderen Humor, Lesespannung, Entspannung oder sonstigen (Lese-)Mehrwert sichern.

Wir sind der Meinung, dass Literatur nicht nur etwas Schönes ist, sondern auch die Grundlage unserer Sprache und Kultur ist. Wenn wir also fremde Kulturen und Sprachen wirklich verstehen möchten, lohnt es sich mit der jeweiligen Kultur, über das Lesen von „Klassikern“ hinaus, mit modernerer, spaßiger oder schlichtweg schöner Literatur auseinanderzusetzen. Dabei lohnt sich die Auseinandersetzung mit den Werken in der Originalsprache grundsätzlich am meisten. Daher kann es vorkommen, dass Du Verlinkungen findest, die auf die Werke in der Originalsprache verweisen.

Wir sind im Begriff die unten stehende Liste, genauso wie die Liste unserer lesenswerten Klassiker der Literatur im wöchentlichen Rhytmus zu erweitern. Wir freuen uns über Deine Anmerkungen per Mail an info@bildungshelden.eu oder per Nachricht auf Facebook!

Tödliches Wasser -Qiu Xiaolong 

Ein spannender Mordfall – Mord an einem Industrieführer und Mord an der Natur.

Ein einst idyllischer See… Oberinspektor Chen macht Urlaub am Taihu-See. Doch der Eindruck einer friedvollen Gegend trügt: Das Gewässer ist durch die umliegenden Industriefabriken verseucht. Als der Direktor der größten Chemiefabrik ermordet wird, beginnt Chen undercover zu ermitteln…

Bei „tödliches Wasser“ handelt es sich um einen Kriminalroman. Genau nach der Art von Sherlock Holmes lässt Qiu Xiaolong den Leser fast bis zum Ende im Dunkeln tappen, bevor der Mordkomplott aufgelöst werden kann. Dabei verwendet der berüchtigte Inspektor Chen interessante Methoden des Verhörs.

Was nur auf den ersten Blick wie ein unterhaltsamer Kriminalroman aussieht, ist bei genauerem Hinsehen noch viel mehr. Es wird über die Kehrseiten des schnellen Wirtschaftsaufschwungs gesprochen, der insbesondere zu Lasten der Umwelt erst möglich wurde. Es wird über gesellschaftliche Probleme gesprochen und dass das Rechtssystem dem Grunde nach funktioniert – bis Politik im Spiel ist. Gleichzeitig wird auch sehr anschaulich dargestellt, wie es in einem eigentlich kommunistischen Land zu einer solchen Vermögenskonzentration auf einzelne Menschen kommen kann.

Abgerundet wird die China-Erfahrung, die durch das Buch erlebt wird, durch chinesische Gedichte: teilweise aus einer der vielen Dynastien, teilweise auch Stücke der Moderne. Und dann macht sich irgendwann der belesene Inspektor Chen selbst ans Dichten…

Feder im Sturm – Emily Wu

Eine traurige Erzählung über die Kindheit in der Kulturrevolution.

Emily Wu ist noch ein Kind, als Maos Kulturrevolution ihre Welt ins Chaos stürzt. Als Tochter eines Professors erlebt sie Unvorstellbares: Schikanen, Folter und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung – und immer wieder Repressionen und Demütigungen. Nur mit viel Mut und Erfindungsreichtum kann Emily den täglichen Überlebenskampf gewinnen. Am Ende geht sie als starke junge Frau aus den Jahren des Schreckens hervor – und einer ersten Liebe entgegen…

Bei Feder im Sturm, handelt es sich um ein imposantes Buch über das Leben des Autorin. Dabei – so schreibt sie selbst – versucht sie nur die Wahrheit aufzuschreiben. So mitreißend und schön diese zum größten Teil schrecklichen Erlebnisse auch beschrieben sind, so sehr erkennt der Leser einen sehr kritischen Blick auf die Zeit der Kulturrevolution.

Wir haben bereits einige Bücher vorgestellt, die ebenfalls die Kulturrevolution beleuchten – manche Sichtweisen waren positiv, manche negativ, manche durchmischt. Die Kulturrevolution ist eine Zeit des Umbruchs mit Tausenden Facetten – und mindestens eine dieser Facetten kann man durch das Lesen von Feder im Sturm entdecken.

Der Leser spürt den Schmerz, spürt die Kälte, spürt die Einsamkeit. Und einige der Methoden und des verbreiteten Schreckens lassen uns an alte Zeiten erinnern und erschauen… Für alle, die ihren kritischen Blick auf die junge Vergangenheit Chinas schärfen wollen.

Töchter aus Shanghai – Lisa See

Eine schöne Geschichte zweier Schwestern, die zugleich größte Konkurenntinnen und beste Freundinnen sind.

Pearl und May sind verwöhnte Töchter, die das Leben im glitzernden Shanghai der 30er-Jahre genießen, doch der Vater hat sein Vermögen verspielt und verheiratet die beiden nach Amerika. Damit beginnt die Odyssee der zwei Schwestern, deren Schicksal auch in der Neuen Welt aufs Engste miteinander verknüpft bleiben wird. Denn in Los Angeles werden sie von der Familie, in die sie verheiratet worden sind, misstrauisch beäugt. Und das Leben in China Town ist beschwerlich.

Diese Geschichte bietet im Gegensatz zum untenstehenden Titel von Han Suyin „Bis der Tag erwacht“ einen völlig anderen Blickwinkel auf eine sehr ähnliche Zeit.

Denn dieses Mal sind zwei Chinesinnen, den Prunk und den Wohlstand aus Shanghai gewöhnt, durch die Wirren und den Überfall Japans gezwungen zu fliehen, Schreckliches erleben zu müssen um letztlich in den USA anzukommen.

Dort erwartet sie jedoch nicht sofort die lang ersehnte Hoffnung, sondern das Misstrauen der Amerikaner. Insbesondere aufgrund der Vorkommnisse von Pearl Harbour und später der Krise mit Korea, Taiwan und Rot-China werden die beiden Schwestern Gegenstand von Anfeindungen. Doch auch wieder stützen und untergraben sich die beiden Schwestern – nur um irgendwie durchzukommen.

Bis der Tag erwacht – Han Suyin

Kein Kitsch, sondern eine phantastische China-Biographie, die den Leidensweg zweier Verliebter in der Zeit zwischen des 2. Weltkrieges und der Kulturrevolution schildert.

Han Suyin, durch »Alle Herrlichkeit auf Erden« weltberühmt geworden, erzählt in ihrem lang erwarteten neuen Werk die Geschichte einer heißen, tiefen Liebe. Ihre tragenden Gestalten sind die Tochter eines texanischen Millionärs, die als Auslandskorrespondentin in China lebt, und ein in Diensten Mao Tse-tungs engagierter junger Arzt. Die alle Zerreißproben bestehende Zusammengehörigkeit der beiden bildet den Hauptinhalt von Han Suyins Geschichte. Was sie jedoch so bemerkenswert macht, ist nicht allein die Erzählung der leidenschaftlichen Beziehungen zwischen der schönen Amerikanerin und dem ganz in seinem Beruf aufgehenden Chinesen, sondern ihr tiefes Verständnis für die beiden grundverschiedenen Kulturen. Sie weiß, warum die Amerikanerin den Chinesen, der Chinese den Amerikanern fremd ist: der Schauplatz des Romans und sein historischer Hintergrund spielen keine geringere Rolle als dessen Handlung und das Verhalten ihrer Charaktere. Wer verstehen will, was sich in China in der Zeit zwischen dem zu Ende gehenden Zweiten Weltkrieg und dem Beginn der Kulturrevolution ereignete, erfährt es in diesem Buch: einer wahrheitsgetreuen Darstellung des Lebens unter Mao und einer mitreißenden Saga von der Kraft beständiger Liebe. Es ist Han Suyins reifstes Werk.

Zwei Familiengeschichten, die verschiedener nicht sein können, werden verwoben: Die der Tochter Stephanie eines texanischen Millionärs und die einer in jahrhundertealten Tradionen eingebetteten weitverzweigten chinesischen Familie, aus der der Arzt Yong hervorgeht.

Die Beziehung dieser beiden unterschiedlich sozialisierten Menschen und deren Lebenswelten bildet die Klammer des mit historischen Wahrheiten durchsetzten Romans.

Dieser Roman erzählt packend und dramatisch. Er lässt den Leser sich in den Gefühlen und plötzlichen Empfindungsausbrüchen verirren, hilft ihm wieder auf den Pfad, nur um ihn nochmal davon abkommen zu lassen.

Und genau mit dieser Technik schafft es Han Suyin die realen Umstände der Zeit von 1939 bis 1971 dem Leser nahezubringen. Es ist eine besonders gelungene Vorstellung der besonderen Leidensfähigkeit dieses Volkes,  sowie der zahlreichen Irrtümer der Regierenden, teils aus eigener Machtvollkommenheit und -unvollkommenheit hervorgerufen, deren Auswirkungen nicht nur die hier im Mittelpunkt stehenden etwas hervorgehobenen Personen zu erdulden haben, sondern in weit stärkerem Maße auch das einfache Volk.

Damit stellt sich dieses Werk als eine wertvolle Ergänzung zu vielen anderen Chinabiographien und -reportagen aus der jüngeren Geschichte dieses phantastischen Landes dar.

Sand in Gottes Mühlen – C.C. Bergius

Eine spannende Geschichte über chinesischen Agenten im zweiten Weltkrieg.

Leider hat dieses Buch keinen auffindbaren Klappentext!

Schaue doch einfach in unsere Bewertung hinein. Da gibt es auch einige Angaben zum Inhalt!

Wer einmal C.C. Bergius liest, der wird ihn immer lesen!

Diesmal startet die Geschichte aus der Sicht eines jungen Mannes (Kon-kim), dessen Vater und Schwester durch marodierende Soldaten umkommen. Daraufhin beschließt er sich Tschiang Kai-scheks Armee anzuschließen, um das Land vor dem Wüten der Warlords zu schützen. Doch die Korruption bei der Armee stößt ihn zu stark ab.

Bevor er endgültig das Militär verlässt, kann ihn sein Offizier davon überzeugen in Japan als Agent für China zu arbeiten, um so sein Land zu beschützen. Tatsächlich gelingt es ihm sich in Japan als Spion einzuschleusen und sich in eine japanische Agentin zu verlieben. Währenddessen läuft er ständig Gefahr und wird auch entdeckt, sodass er zu einer Flucht nach China gezwungen ist.

Dort findet er ein Land voller Chaos auf und flieht erneut – dieses Mal nach Malaya. Dort nimmt er am Wirtschaftsleben teil, wird erfolgreich und leistet als der berüchtigte „Puma“ Widerstand gegen die in Malaya einfallenden Japaner.

Ergänzend zu Töchter aus Shanghai und Bis der Tag erwacht gibt Sand in Gottes Mühlen einen weiteren Blickwinkel auf die chaotische Zeit Chinas im zweiten Weltkrieg. Bergius überzeugt mit seinem ernormen Hintergrund- und Detailwissen, seinen prächtig ineinander verwobenen Intrigen und einer ständig andauernden Spannung.

Die drei Sonnen – Cixin Liu

Cixin Liu vereint eine historische Geschichte mit vielen physikalischen Details in einem sehr spannenden Science-Fiction Thriller. Einer der wenigen Bestseller Ostasiens, die nach Europa und die USA geschwappt sind!

In den Wirren der Kulturrevolution kommt die junge Astrophysikerin Ye Wenjie auf eine geheime Militärbasis im Norden Chinas. Mit einer riesigen Radioantenne sucht man dort offenbar nach intelligentem Leben in den Weiten des Alls. Doch was Ye Wenjie entdeckt, ist noch viel atemberaubender. Und es wird das Schicksal der gesamten Menschheit für alle Zeit verändern.

Das Buch ist in einem einzigartigen Stil verfasst. Der Text reißt einen nahezu mit und lässt einen die Situation der Kulturrevolution spüren. Dabei achtet der Autor auf ein genaues Erlebnis des Lesers der damaligen historischen Geschehnisse.

Was uns überzeugt ist die Detailschärfe der Erzählungen und das Erklären der physikalischen und mathematischen Grundsätze, die die physikalischen Entdeckungen und Experimente mit dem Weltraum das Buch hindurch begleiten. Der Autor schafft es sowohl einfache als auch schwierigste Themen, etwa der allgemeinen Relativitätstheorie von Albert-Einstein, in einfachen Worten zu erklären und dem Leser somit einen Überblick zu verschaffen und die Geschehnisse nachvollziehen zu können.

Alles in allem ein gutes Science-Fiction Buch, welches nicht nur einen Eindruck der chinesischen modernen Literatur, sondern auch Spaß an Physik und Astrologie vermittelt.

Töchter des halben Himmels – sieben Frauen aus China – Xiao Hui Wang und Monika Endres-Stamm

Ein schönes Buch um die Position der Frauen in China, die Strapazen aber auch die Erfolge der Frauen kennenzulernen und zu bestaunen. Für Kulturinteressierte ein Muss!

Ein halbes Jahrhundert nach Gründung der Volksrepublik China ist eine Frauengeneration herangewachsen, die ihre Rolle in der Gesellschaft neu definiert. Sieben Frauen erzählen freimütig von ihrem Alltag, ihren Träumen und Hoffnungen. Ihre Geschichten zeigen, wie sich das Selbstverständnis der Frauen im heutigen China wandelt. Ergänzt werden sie durch sehr einfühlsame Fotoporträts.

Dieses Buch erzählt aus dem Leben von sieben Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können und die eines jedoch gemeinsam haben – sie gehören alle der jetzigen Generation an und haben somit alle die politischen und wirtschaftlichen Hürden überwinden müssen. Die Autorin schafft es dem Leser einen Eindruck zu verschaffen als ob die sieben Frauen vor einem sitzen und über ihre Vergangenheit plaudern würden. Die als einfühlsam beschriebenen Fotos unterstützen diesen Eindruck.

Was uns überzeugt hat, ist die Liebe für Details in den jeweiligen Erinnerungen. Man erkennt klar Schlüsselmomente in dem Leben der Frauen und bekommt wesentliche Elemente der Kultur aus der Sicht einer chinesischen Frau vermittelt. Dabei erlebt man die turbulente Zeit der Kulturrevolution in allen seinen Formen und Farben mit. Auch die Stellung der jeweiligen Frauen in den Familien, in der Gesellschaft und der Ausbruch aus den traditionellen Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind dabei höchst interessant. Die einzelnen Erzählungen sind dabei recht kurz gehalten, sodass es nie zu ausartenden Erzählungen kommt, wie es Autoren von Romanen gern zu tun pflegen.

Darum nerven Chinesen – Haike Barai

Für jeden, der sich zum ersten Mal ins Reich der Mitte wagt eine dringende Empfehlung!

Der ungeschminkte Wahnsinn des chinesischen Alltags – Wussten Sie, dass chinesische Wellness sehr qualvoll sein kann? Dass es in China Sternekategorien für öffentliche Toiletten gibt? Und dass Chinesen es vermögen, auf unzählige Arten versteckt „Nein“ zu sagen? Mit diesem Buch sind Sie gewappnet für einen Aufenthalt im Reich der Mitte, das seine Besucher oft zum Lachen bringt – und manchmal auch zum Verzweifeln.

Haike Barai hat mit diesem Buch ganze Arbeit geleistet: sie bringt den Leser zum Lachen und vor lauter Lachen auch noch zum Weinen. Ich habe selbst dieses Buch im Flugzeug auf dem Weg ins Reich der Mitte gelesen – vieles davon stimmt. Manches ist überspitzt. Jedenfalls hilft es einem die eine oder andere Verwunderung vorwegzunehmen und mit mehr Verständnis für die unterschiedlichen Kulturen zu begegnen. Letztlich enthält dieses Buch sehr viele interessante Informationen, zur Kultur, zum Verhalten und zur Erwartungshaltung der Chinesen – und das alles mit lustigen Geschichten verpackt. Und wer danach denkt, Chinesen nerven ja wirklich: nur mal unter uns: sind wir Deutschen für andere nicht auch manchmal nervig?

Die gute Erde – Pearl S. Buck

Pearl S. Bucks epischer Roman ist eine Hommage an das vorrevolutionäre China, ein Roman über die Liebe und darüber, was im Leben wirklich zählt.

Das Leben auf dem Land in China ist hart, doch Wang Lung gelingt es, aus einem Stück Land zu Wohlstand zu kommen. Als eine Hungersnot ihn wieder zurück in die Armut treibt und ihm ein Kind nimmt, zieht er mit seiner Frau, der ehemaligen Sklavin O-lan, und seiner Familie in die Stadt, um zu überleben. Nach Jahren des Bettelns kommen sie dort unerwartet erneut zu Reichtum und kehren zurück zu ihrer „guten Erde”. Wang verliebt sich in die schöne Lotos, was zu Spannungen mit der Familie führt. Und schließlich ist da noch sein gefährlicher Onkel, der Wang Lung erpreßt, während seine Söhne dem Landleben den Rücken kehren.

Die gute Erde ist der Inbegriff dessen, was man heutzutage unter schöner Literatur fassen kann.

Der Leser begleitet den ärmlichen Bauern Wang Lung auf seinem Lebens- und Leidensweg. Es ist nicht leicht – doch mit viel Mühe, Arbeit und Aufopferungsgabe bessert sich die Lage Wang Lungs immer mehr.

Wang Lung trachtet danach sein Land, seine Erde zu ehren – und sie gibt ihm das seine zurück. Auf diesem Weg der Veränderung wird der Leser an die Hand genommen, in das vorrevolutionäre China eingeführt und kann die Freuden, die Trauer und die Erfahrungen Wang Lungs miterleben und teilen.

Kinfolk – Pearl S. Buck

Pearl S. Bucks schlägt mit Kinfolk eine Brücke zwischen den USA und China.

Das Schicksal der Familie Liang und ihrer weitverstreuten Mitglieder in New York und chinesischen Dörfern und mit ihm die Auseinandersetzung zwischen traditionsreicher chinesischer Lebensweise und moderner Zivilisation sind das Thema dieses Romans, der zu den stärksten Büchern der amerikanischen Nobelpreisträgerin gehört.

Es sind die Kinder des Dr. Liang, der seit Jahrzehnten in New York lebt und einem amerikanischen Publikum konfuzianische Moral lehrt, die sich dieser Auseinandersetzung stellen: sie kehren nach China zurück, wo ihr Onkel Tao die Familie nach alter Väterweise regiert; sie suchen in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land ihre Lebensaufgabe, der eine an den politischen und sozialen Spannungen zerbrechend, die anderen sich bewährend.

Doch Pearl S. Buck weiß nicht nur die Probleme eines alten, großen Volkes anschaulich zu schildern, sie ist vor allem auch eine großartige Menschenschöpferin. Die Mutter Liang, unscheinbar und doch Mittelpunkt der Familie, zäh, schlau und von mitreißend drolliger Originalität, schließt sich würdig an die lange Reihe großer Frauengestalten der amerikanischen Dichterin an.

Mit dem Werk Kinfolk zeigt Pearl S. Buck dem Leser verschiedene Facetten chinesischer Kultur, die von Immigranten ins Ausland getragen wurde. Einige schwelgen in Erinnerungen an die glorreichen Errungenschaften eines einst mächtigen Volkes und andere sehen nur die Grauen, die sich zu Zeiten des Bürgerkriegs am Anfang des 20. Jahrhunderts ereigneten.

Genau in diesem Zwiespalt der Erinnerungen wachsen die Kinder des Dr. Liang in New York City des 20. Jahrhunderts auf. Sie können ihre Wurzeln nicht verneinen, trotzdem fühlen sie sich wie richtige Amerikaner, wobei sie aufgrund ihres Aussehens besonders behandelt werden. Die zwiespältigen Erinnerungen und der wachsende Drang ins Vaterland zurückzukehren beeinflussen die Gefühlswelt der Kinder.

Die Kinder des Dr. Liang reisen nach China und entdecken, dass die Wirklichkeit sich sehr stark von den Vorstellungen und ihnen erzählten Erinnerungen abweicht. Nichts ist so schwarz-weiß, wie es ihnen von anderen dargestellt wurde. Die Erkundung des eigenen Vaterlandes wird von Freude und Trauer begleitet. Der Leser wird auf eine spannende Reise genommen und erkundet damit nicht nur die chinesische Kultur, sondern auch ein Stück amerikanische Kultur. Dabei erhalten Leser Einblicke in die Lebensumstände von Städten und Orten auf dem Land innerhalb Chinas sowie New York City im 20. Jahrhundert.

 

Noble House Hongkong – James Clavell

Die Geschichte einer einflussreichen schottischen Familie von Händlern, die sich in Zeiten von Spionageaktivitäten, des kalten Krieges und feindlich gesinnten Konkurrenten behaupten muss.

Noble House: eines der gräßten und mächtigsten Handelshäuser Hongkongs, ist mit dem Schicksal der Kronkolonie eng verwachsen. In den Junitagen des Jahres 1960 wird Ian Dunross aus der ehrwürdigen schottischen Struan-Dynastie zum Tai-Pan, zum „obersten Führer“, des Unternehmens bestimmt. DUnross übernimmt ein schwieriges Erbe, da die hochfliegenden Pläne des Handelshauses an akutem Geldmangel zu scheitern drohen. Der als Patriarch so warmherzige Tai-Pan kann im geschäftlichen Konkurrenzkampf ein stahlharter Gegner sein – und Konkurrenz ist in Hongkong besonders erbittert. Seit Generationen wird hier ums große, weltweite Geschäft, oft aber auch nur ums bloße Überleben gekämpft. Als der amerikanische Unternehmer Linc Barlett mit seiner attraktiven Vizepräsidentin in Hongkong eintrifft, rückt für Noble House eine Konsolidierung der FInanzen in Reichweite – und die tödliche Gefahr, Opfer eines raffinierten Doppelspiels zu werden.

Doch ist Hongkong nicht nur für internationale Geschäftsleute und Bankiers ein abenteuerlicher und faszinierender Platz. Auf unscheinbaren Dschunken hausen Chinesen, unter denen es Millionäre gibt wie den Flottenbesitzer und Rauschgifthändler Vierfinger Wu, die jeden „fremden Teufel“ als unkultivierten Barbaren verachten. Und zwischen der Welt des Big Business und der verwirrenden Sphäre der asiatischen Einwohner knüpfen Geheimdienste der verschiedensten Provenienz ihr feines Netz. In dieser außergewöhnlichen Stadt, wojeder jeden zu kennen scheint, ist keiner vor Überraschungen sicher.

Noble House Hongkong ist vielschichtig und sehr facettenreich und gerade deshalb so lesenswert.

Die Geschichte spielt im Hongkong, als es noch Kronkolonie Englands war. Eine Stadt, die vielerlei Freiheiten gewährt und minimale Eingriffe in das Leben der Bürger fordert: sowohl was die bürgerlichen Pflichten angeht, als auch die steuerlichen und mit Geschäften verbundenen anderweitigen Lasten. Eine verrückte Stadt, denn gerade während des kalten Krieges barg diese Stadt so viel Freiheit, wie sie kaum anders in der Welt genossen werden konnte. Die liebevollen Beschreibungen sowohl des alltäglichen Lebens, als auch der „upper class“ der Hongkonger Gesellschaft lassen den Leser an den Eindrücken und an dem Leben teilhaben.

Im Vordergrund spielt der Machtkampf des mächtigen Handelshauses, des „Noble House“ mit dem rivalisierendem Handelshauses Gornt. Die Handelshäuser sind bereits seit Generationen verfeindet und versuchen sich bei jeder nur sich anbietenden Gelegenheit auszustechen. Rücksichtlos und hart ist der Konkurrenzkampf – und sobald es ums Geschäft geht, ist jedes Mittel recht. Schließlich sind wir auch in Hongkong. Besonders interessant wird die Geschichte durch auf den Hongkonger Markt drängenden Amerikaner, die das Geschäft „internationaler“ gestalten wollen. Somit ist alles dabei: waghalsige Spekulationen an der Börse, Insiderhandel, das Aufblasen und Zerbrechen von Träumen.

Im Hintergrund der Geschichte – aber auch wesentlich mitbestimmend haben verschiedene Spionagenetzwerke die gesamte Gesellschaft durchwebt. Und bei dem anderen oder anderem Geschehen haben auch die ihre Finger im Spiel, sodass man bis zum Ende nicht weiß, wie die Geschichte ausgehen wird.

Kim und Struppi -Christian Eisert

Wer es nicht wagt seine Ferien in Nordkorea zu verbringen, der kann zumindest mit diesem Buch erleben, wie es wäre!

Ein unmöglicher Urlaub oder: Tanzen mit Atomraketen

Wie viele Touristen jährlich Nordkorea besuchen, lässt sich exakt sagen: wenige. Dabei hält so ein Urlaub im Reich von Kim Jong-un viele Überraschungen bereit: Autobahnen ohne Autos, Hotels, in denen der fünfte Stock fehlt, und ein Tänzchen an der gefährlichsten Grenze der Welt – zu den Klängen von „Tränen lügen nicht“.

Christian Eisert ist 1.500 Kilometer durch die Demokratische Volksrepublik gereist. Mit gefälschten Biographien. Unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. Das Ergebnis ist einfach irre – und sehr komisch.

Nordkorea ist in aller Munde, zumindest wenn es wieder einmal um das Kräftemessen in Ostasien geht – das Atomwaffenprogramm Nordkoreas hat den Fokus der Bevölkerung auf die Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit dieses Landes gelenkt. Doch wie schön und wie schlimm ist es eigentlich in diesem Land? Man müsste eigentlich hinfahren, doch das trauen sich die allermeisten nicht.

Der Autor ist in dieses Land gereist und gibt einen tiefen Einblick in dieses Land, das sonst regelmäßig nur sehr einseitig in unserer Medienlandschaft beleuchtet wird. Es ist ein Land der Gegensätze, ein Land, das sich einerseits sehr im Wandel befindet und gleichzeitig in der Zeit stehen geblieben ist. Einerseits öffnet sich Nordkorea und gleichzeitig bleibt es stark gegenüber allem Fremden verschlossen.

Diese besonderen Kontraste, die dieses Land ausmachen, schafft der Christian Eisert besonders gut darzustellen. Beim Lesen ist man schockiert, man lacht, man möchte weinen – und am Ende möchte man glatt selbst verreisen. Verrückt und nahezu natürlich ist unser Begehren – und damit auch so gegensätzlich wie Nordkorea.

Der Pate – Mario Puzo

„Fast schon ein Klassiker“. Mit dem Paten berichtet Mario Puzo von der Welt der Mafia – und versetzt den Leser zurück zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der kleine Vito entkommt als Einziger einem Massaker in seinem Heimatort auf Sizilien. Er flieht nach New York und wird als Erwachsener zum gefürchteten Paten der amerikanischen Mafia. Aber ihn beherrscht nur ein Gedanke: Er will den Mord an seiner Familie rächen.

Der Pate gehört als ein sehr erfolgreicher Roman, der die Verhältnisse des organisierten Verbrechens in den USA am Anfang des 20. Jahrhunderts schildert fast schon zu den „Klassikern“. Mario Puzo erzählt detailgetreu und schafft es den Leser in eine Welt von vor hundert Jahren zu stürzen, die bitteren Erfahrungen, aber auch den Luxus der berühmten „Mafia“ mitzuerleben. Dabei zeigt er dem Leser auch, welchen Strapazen die Einwanderer bereits damals ausgeliefert waren, sodass man erahnen kann, warum Don Vito gerade diesen Weg wählte. Kurzum: Don Vito erlebt den American Dream – mal anders.

Der Junge, der Träume schenkte – Luca di Fulvio

Ein Buch, welches jedem von uns Träume schenkt.

New York, 1909. Aus einem transatlantischem Frachter steigt eine junge Frau mit ihrem Sohn Natale. Sie haben ihre süditalienische Heimat verlassen, um in Amerika ihren Traum von einem besseren Leben zu verwirklichen. Doch ihre Hoffnung weicht schon bald tiefster Ernüchterung, denn in der von Armut, Elend und Kriminalität beherrschten Lower East Side gelten die brutalen Gesetze der Gangs. Nur wer über ausreichend Mut und Kraft verfügt, kann sich hier behaupten. So wie der junge Natale, dem überdies ein besonderes Charisma zu eigen ist, mit der die Menschen zu verzaubern vermag…

Ein Buch, das einen packt und nicht mehr loslässt, einem den Atem raubt, einen verzweifeln lässt, wenn der Lesefluss unterbrochen werden muss und am Ende ein großes Grinsen auf das Gesicht des Lesers zaubert. Di Fulvio hat es mit diesem Buch geschafft eine komplexe Geschichte mithilfe mehrerer Geschichtsstränge anzufangen, die Schicksale einzelner Personen mit diesen Strängen miteinander zu verweben und am Ende eine zusammenhängende, wunderbare Geschichte zu erzählen, die so bunt und schaurig wie das echte Leben ist. Natale, umbenannt in Ellis Island zu Christmas bekommt die volle Härte des Lebens im New York des 20. Jahrhunderts zu spüren. Schnell lernt man diesen wundervollen Charakter lieben und fiebert auf seinen Abenteuern und seinen Schicksalsschlägen mit – und hofft, dass doch noch alles gut geht. Ein wirklich gutes Buch für den Urlaub oder für eine entspannte Phase!

Gott ist mein Broker – Bruder Ty

Gelächter ist mit diesem Buch garantiert und jetzt für einen Schnäppchen-Preis von nur 0,01€ + Versand zu haben! Gleich hier bestellen!

Gott ist mein Broker Gott und die Welt unter einen Hut zu bringen ist eben doch kein Problem – zumindest nicht für Bruder Ty, den ehemaligen Börsenmakler an der Wall Street! Eines Tages beschließt er nämlich, den Armani-Anzug gegen eine Mönchkutte zu tauschen und sich in ein Kloster zurückzuziehen. Das Dumme ist nur, daß sein auserwählter Orden am Rande des Ruins und der Abt vor einem Nervenzusammenbruch stehen. Der Finanzexperte Bruder Ty greift ein, und von diesem Tag an nehmen die Turbulenzen in den ehrwürdigen Gemäuern kein Ende mehr… Ein aberwitziger Roman über Heilsverkünder und Profitpropheten, der auf geniale Weise den Charme von Don Camillo und die Absurdität von Monty Python vereinigt

Schon einmal etwas von Anthony Robbins, Dr. med. Deepak Chopra oder ähnlichen Coaches zur Veränderung des Lebens gehört? In letzter Zeit häufen sich die Menschen, die anderen erklären, wie man zu Glück, Erfolg und zu finanziellem und spirituellen Reichtum kommt. Dieses Buch erklärt anhand einer wahren Geschichte die 7,5 Regeln des finanziellen und spirituellen Reichtums anhand einer unfassbar lustig geschriebenen Geschichte die alles beinhaltet was so überhaupt nicht zueinander passt: ein Kloster voller Mönche mit Geldproblemen, einem Wallstreet-Banker der zum Mönch wird, zwielichtigen Kardinälen, Deepak Chopra, Anthony Robbins und anderen Heilbringern und jeder Menge Polizei.

Verteidigung (Litigators) – John Grisham

Ein Muss für jede rechtsbegeisterte Person!

Als Harvard-Absolvent David Zinc Partner bei einer der angesehensten Großkanzleien Chicagos wird, scheint seiner Karriere nichts mehr im Weg zu stehen. Doch der Job erweist sich als die Hölle. Fünf Jahre später zieht David die Reißleine und kündigt. Stattdessen heuert er bei Finley & Figg an, einer auf Verkehrsunfälle spezialisierten Vorstadt-Kanzlei, deren chaotische Partner zunächst nicht wissen, was sie mit ihm anfangen sollen. Bis die Kanzlei ihren ersten großen Fall an Land zieht. Der Prozess könnte Millionen einspielen – die Feuertaufe für David.

Die Verteidigung gibt neben vielen Gelegenheiten für lautes Gelächter über die Leichtsinnigkeit der Anwälte, einen guten Einblick in die Träume und Wünsche von Anwälten. Gepaart ist die Darstellung mit der gnadenlosen Konfrontation mit der harten Realität. Eine geeignete und lustige Möglichkeit sich über das Leben von – nicht ausschließlich amerikanischen – Anwälten zu informieren. Ein Muss für jede rechtsbegeisterte Person!

Der Regenmacher (The Rainmaker) – John Grisham

Der amerikanische Traum – reich werden und dabei Gutes tun.

Englisch:

He’s a young lawyer who does yard work in exchange for rent, then one little case begins to explode…

It’s summer in Memphis. The sweat is sticking to Rudy Baylor’s shirt and creditors are nipping at his heels. Once he had aspirations of breezing through law school and punching his ticket to the good life. Now he doesn’t have a job or a prayer… except for one: an insurance dispute that leaves a family devastated and opens the door for a lawsuit, if Rudy can find a way to file it.

By the time Rudy gets to court, a heavyweight corporate defense team is there to meet him. And suddenly he’s in over his head, plunged into a nightmare of lies and legal maneuverings. A case that started small is exploding into a thunderous million war of nerves, skill and outright violence – a fight that could cost one your lawyer his life, or turn him into the biggest rainmaker in the land.

Die englische Version kannst Du bspw. hier erstehen.

Deutsch:
Rudy Baylor, ein Jurastudent im letzten Semester, gewinnt seine ersten „Mandanten“, ein Ehepaar, dessen Sohn an Leukämie erkrankt ist. Die Krankenversicherung weigert sich, für die wahrscheinlich lebensrettende Therapie zu zahlen. Rudy erkennt bald, daß er es mit einem riesigen Versicherungsskandal zu tun hat. Er nimmt den Kampf gegen eines der mächtigsten, korruptesten und skrupellosesten Unternehmen Amerikas auf…

Der amerikanische Traum wird mit dieser Geschichte Wirklichkeit! John Grisham ist bekannt für seine juristischen Romane, die trotz des „staubigen Rufes“ der Juristerei viel Spaß mit sich bringt. Dabei bringt er eine Dynamik in das Lesen, die den Leser packt und nicht mehr so schnell loslässt.

Die Geschichte ist deswegen lesenswert, weil sie die Vereinigten Staaten in vielerlei Hinsicht porträtiert. Zum einen wird der amerikanische Traum durch diese Geschichte dargestellt. Ein kaum aus den Schulden kommender, juristischer Berufsanfänger, der sich als Anwalt versucht und sich erhofft den ganz großen Fang zu machen. Dazu arbeitet er fleißig und zielstrebig und steht immer wieder auf, unabhängig davon über wie viele Steine er auf dem Weg auch stolpern musste.

Zum zweiten hat die Geschichte etwas vom Kampf David gegen Goliath. Vom kleinen, verletzlichen Anwalt gegen die übermächtige Kanzlei. Vom kleinen verletzlichen Verbraucher gegen einen Konzern, der sich Horden an Anwälten nimmt und gewissermaßen mit Kanonen auf Spatzen schießt.

Zuletzt zeigt diese Geschichte auch noch auf, wie sehr sie sich die amerikanische Gesellschaft und deren Funktionsweise von unserer unterscheidet. Immerhin kann man dort wegen eines erlittenen Schadens quasi über Nacht zum Millionär werden… und den Anwalt ebenso beglücken…

Diese Geschichte wurde übrigens auch verfilmt! Ein Muss für jeden Jura-Begeisterten!

The midnight line – Lee Child

Einen Kameraden lässt man nicht im Stich, auch wenn man über Leichen gehen muss.

Englisch:

Reacher takes a stroll through a small Winscon town and sees a class ring in a pawn shop window: West Point 2005. A tough year to graduate. The ring is tiny, for a woman, and it has her initials engraved on the inside. Reacher wonders what unlucky circumstance made her give up something she earned over four hard years. He decides to find out. And find the woman. And return her ring. Why not?

So begins a harrowing journey that takes Reacher through the upper Midwest, from a lowlife bar on the sad side of a small town to a dirt-blown crossroads in the middle of nowhere.

The deeper Reacher digs and the more he learns, the more dangerous the terrain becomes. Turns out the ring was just a small link in a far darker chain: a vast criminal enterprise. Some lines should never be crossed. But then, neither should Reacher.

Deutsch: (frei übersetzt)

Reacher entdeckt bei einem Spaziergang durch eine kleine Stadt in Wisconsin im Pfandhaus einen Ring. Westpoint 2005, mit Initialien auf der Innenseite eingraviert. Kein leichtes Jahr, um dort seinen Abschluss zu machen. Der Größe des Rings zu urteilen, passt der Ring zu einer filigranen Frau. Reacher entscheidet sich dazu herauszufinden, welche unglücklichen Umstände dazugeführt haben, dass die Frau diesen Ring verpfänden musste. Er entschließt sich die Frau zu finden und ihr den Ring wieder zurückzugeben. Warum auch nicht?

So beginnt eine anstrengende Reise durch den Mitwesten der USA: er kommt an schäbigen Bars vorbei und von Staub überdeckten Kreuzungen, mitten im Niemandsland.

Es stellt sich jedoch heraus, dass je weiter Reacher nachforscht, desto gefährlicher wird seine Umgebung. Es stellt sich heraus, dass der Ring nur ein kleines Fragment eines viel größeren Werkes ist: eines geheimen Untergrundnetzwerkes, welches wie am Schnürchen lief… Bis jetzt…

Lee Child schafft es mit seinen agilen und gleichzeitig bemerkenswert detaillierten Beschreibungen dem Leser zugleich einen sehr tiefen Einblick in die jeweilige Situation zu vermitteln, während gleichzeitig die Spannung durch besonders schnelles Lesen und voranschreiten der Geschichte ermöglicht wird. So liest sich die Geschichte schnell und das wird auch der Spannung gerecht.

Dieser Thriller eignet sich perfekt um zu entspannen und einen Thriller-Streifen, der regelmäßig auf Kinoleinwänden zu sehen ist, direkt in der Hand als Buch zu halten. Gleichzeitig enthält die Geschichte zahlreiche Details zu den Verflechtungen der einzelnen Bundesbehörden in den USA; man lernt hier vor allem den etwas unbekannteren mittleren Westen der USA kennen: Wyoming.

Gleichzeitig ist die uns vorliegende englische Fassung spannend und einfach geschrieben, dass man mit nur fortgeschrittenen Englisch-Kenntnissen dieses Buch in der Originalsprache gut meistern kann.

Night School – Lee Child

Militärpolizei, CIA und FBI in einer etwas anderen Schule…

Englisch:

It’s just a voice plucked from the air: ‘The American wants a hundred million dollars.’

For what? Who from? It’s 1996, and the Soviets are long gone. But now there’s a new enemy. In an apartment in Hamburg, a group of smartly dressed young Saudis are planning something big.

Jack Reacher is fresh off a secret mission. The army pats him on the back and gives him a medal. And then they send him back to school. A school with only three students: Reacher, an FBI agent, and a CIA analyst. Their assignment? To find that American. And what he’s selling.

Night School takes Reacher back to his army days, but this time he’s not in uniform. All he must do, with trusted sergeant Neagley at his side, is carry the fate of the world on his shoulders.

Deutsch: (frei übersetzt)

Es ist nur eine abgefangene Stimme: “Der Amerikaner verlangt einhundert Millionen dollar.

Für was? Von wem? Es ist das Jahr 1996 und die Sowjetunion ist längst Geschichte. Aber es gibt einen neuen Gegner. In einem Apartment in Hamburg, plant eine Gruppe gut gekleideter junger Saudis etwas Großes.

Jack Reacher kommt gerade frisch von einer geheimen Mission zurück. Das Militär klopft ihm auf die Schulter und überreicht ihm eine Medaille. Und sendet ihn zurück zur Schule. Eine Schule mit nur drei Schülern. Reacher, ein FBI-Agent und ein CIA Analyst. Ihre Aufgabe? Den Amerikaner zu finden. Und was er verkauft.

„Night School“ führt Reacher zurück in die Tage seines Militärdienstes, diesmal jedoch ohne Uniform. Alles war es tun muss, zusammen mit seinem vertrauten Sergeant Neagley an seiner Seite, ist das Schicksal der Welt auf seinen Schultern zu tragen.

„Night School“ nimmt den Leser mit in die verborgenen, schimmernden und nicht ganz so schimmernden Welten der US-Spezialeinsatzkräfte. Sei es das FBI, die CIA oder die Spezialeinheit der Militärpolizei. Er selbst, ein Militärpolizist, kämpft sich normalerweise als einsamer Wolf durch. Sein Maßstab ist nicht das Gesetz, sondern sein Empfinden von Gerechtigkeit.

Diesmal wird er in der Zeit zurückgeworfen. Die Geschichte spielt in Deutschland, Hamburg, im Jahre 1996. Die Sowjetunion ist gefallen, neue Gegner wurden ins Visier genommen. Die Kunst von Lee Child besteht darin, dass er einen besonders schnellen Erzählstil hat, sodass man das Gefühl entwickelt, die Geschichte jagt und man ist als Leser an die Geschichte gekettet. Dennoch schafft er es den historischen Hintergrund, die Details des Militärs, der Zusammenarbeit der amerikanischen, als auch der deutschen Behörden sehr detailliert zu schildern und so einen guten Eindruck von der Situation zu vermitteln.

Diesmal kann Reacher nicht einfach alles auf den Kopf stellen. Diesmal ist er in die Hierarchie der Armee eingespannt. Er muss nach den Vorschriften handeln und seinen Befehlshabern gehorchen. Sein Fall ist spannend und mit einem sehr hohen Einsatz verwickelt. Da Menschen, insbesondere Militärs, ihre Fehler nicht gern zugeben, erfährt man erst zum Schluss…

Gleichzeitig ist die uns vorliegende englische Fassung spannend und einfach geschrieben, dass man mit nur fortgeschrittenen Englisch-Kenntnissen dieses Buch in der Originalsprache gut meistern kann.

Es (IT) – Stephen King

Stell Dich Deiner Angst. Sonst wirst Du schweben, wie die anderen!

Englisch:

Derry, Maine is just an ordinary town: familiar, well-ordered for the most part, a good place to live.

It is a group of children who see – and feel – what makes Derry so horribly different. In the storm drains, in the sewers, IT lurks, taking on the shape of every nightmare, each one’s deepest dread. Sometimes IT appears as an evil clown named Pennywise and sometimes IT reaches up, seizing tearing, killing…

Times passes and the children grow up, move away and forget. Until they are called back, once more to confront IT as IT stirs and coils in the sullen depths of their memories, emerging again to make their past nightmares a terrible present reality.

Die englische Version kannst Du bspw. hier erstehen.

Deutsch:

Das Böse in Gestalt eines namenlosen Grauens: In Derry, Maine, schlummert das Böse in der Kanalisation: Alle 28 Jahre wacht es auf und muss fressen. Jetzt taucht »Es« wieder empor. Sieben Freunde entschließen sich, dem Grauen entgegenzutreten und ein Ende zu setzen.

Stephen Kings Meisterwerk über die Mysterien der Kindheit und den Horror des Erwachsenseins.

ES ist ein wundersames Buch. Ein durchweg spannender Schinken, den man, einmal angefangen, nicht mehr weglegen möchte. Denn das Buch ist erschreckend und faszinierend zugleich. Es erzählt die Geschichte einer Gruppe von Kindern, die sich ihrer Angst stellen… und letztlich ES stellen.

Was ES ist, kann man nicht sagen. Indianer nennen es Manitou, im Himalaya taelon, in Europa eylak. Es handelt sich dabei um ein übernatürliches Geschöpf, dass die Ängste der Menschen spiegelt und sich in ebendiese Abbildungen des Schreckens verwandeln kann. Es zehrt von der Angst und terrorisiert die Menschen.

Und so wie es dieses zauberhafte Geschöpf in vielen Legenden rund um den Globus gibt, so kommt es, dass es in einer Kleinstadt namens Derry beheimatet ist. Und damit beginnt der Schrecken. Denn es zehrt nicht nur von Angst, am Ende tötet es die Menschen. Letztlich muss sich eine Gruppe kleiner Kinder ihren Ängsten und damit auch ES stellen.

Damit reißt der Autor ein Thema an, dass viele umtreibt: Angst. Nicht nur die von Erwachsenen oft belächelte Angst von Kindern, sondern auch die Angst der Erwachsenen kann einen in den Wahnsinn treiben. Das macht er, indem er nicht nur die Leidensodyssee der Kinder beschreibt, sondern sie an eben jenen Ort zurückkehren lässt. Denn ES ist nicht verschwunden.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand – Jonas Jonasson

Ein echter Hit zur Entspannung, insbesondere in stressigen Zeiten. Alter Schwede!

Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht

Jonas Jonasson erzählt in seinem Bestseller von einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war.

Diese urkomische Erzählung, die einen mittlerweile hundertjährigen Schweden einmal durch die gesamte Weltgeschichte jagt macht unfassbar viel Spaß – so viel, dass jemand meinte diese Erzählung selbst ins Kino zu bringen. Neben einigen rudimentären Geschichtskenntnissen kann man vor allem eines trainieren: die Bauchmuskeln vom Lachen. Ein echter Hit zur Entspannung, insbesondere in stressigen Zeiten. Alter Schwede!

Sofies Welt – Jostein Gaarder

Eine wunderschöne Einführung in die unfassbar interessante Welt der Philosophie.

Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten der 15jährigen Sofie Amundsen in Oslo. Was sollen diese Fragen: »Wer bist du?«, »Was ist ein Mensch?« und »Woher kommt die Welt?«. Sofie ist irritiert. Die Briefe werden ausführlicher und entführen sie in die abenteuerliche und geheimnisvolle Gedankenwelt der großen Philosophen. Ihr unbekannter Briefeschreiber erzählt Sofie die Geschichte Europas, der Antike, des Mittelalters und der Renaissance und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wendung.

Platon, Aristoteles, Kant… erscheinen als schwere, zähe und gar unlesbare Brocken?

Der Schein trügt! Mit Sofies Welt werden die Kernideen eines jeden Philosophen heruntergebrochen und für einen offenen und interessierten Leser in einfachster Form dargestellt. Schön ist dabei nicht nur die Einordnung in einen einfach verständlichen geschichtlichen Kontext, sondern auch, dass die Ursprünge und die Ursprungsfragen aufeinander aufbauend erzählt werden.

So bewegt sich die kleine Sofie in der früheren grieschichen Philosophie und arbeitet sich im Laufe der schönen mit Anekdoten gespickten Geschichte bis in die neuzeitliche Philosophie vor und hinterlässt bei dem Leser in der Regel ein tiefgründiges Gefühl der Befriedigung und weckt gleichzeitig ein so starkes Interesse an der Ergründung der Philosophie.

Der Nachtwandler – Sebastian Fitzek

Ein Thriller der so sehr unter die Haut geht, dass man selbst Angst vor dem Einschlafen hat.

In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein – doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …

Noah – Sebastian Fitzek

Fitzek gelingt es aus seinen sonst überragenden Psycho-Thrillern auszubrechen und schreibt einen gesellschaftskritischen Welt-Thriller – Untergang der Welt inklusive.

Zur Geburt Jesu Christi lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Heute sind es sieben Milliarden. Wie viel ist zu viel?

Sie wissen nicht, wer Sie sind. Sie wissen nicht, was Sie in der Stadt wollen, in der Sie sich gerade befinden. Sie wissen nicht, warum Sie auf der Straße leben. Sie wissen nicht, warum in Ihrer Schulter eine frische Schusswunde verheilt.

Sie wissen nur: Jemand wollte Sie töten.

Und Sie wissen auch: Er wird es wieder versuchen. Weil Sie ein Geheimnis in sich tragen, von dem das Schicksal der gesamten Welt abhängt. Werden Sie sich erinnern, bevor es zu spät ist?

Noah – der neue Thriller von Sebastian Fitzek.

Ein spannender Thriller, der im Gegensatz zu den „normalen“ Fitzek Thrillern sich nicht so stark mit den psychischen Abgründen des menschlichen Daseins beschäftigt, sondern den Abgrund beleuchtet, den die Menschheit sich selbst zu schaffen droht.

Der Mensch wird sich irgendwann selbst zerstören – doch einige wollen Noah schon vorher töten. Noah kann sich an nichts erinnern, ist obdach- und mittellos und gerät auf der Suche nach seinem wahren Ich in immer dunklere Abgründe. Bis er selbst merkt, dass er Teil des grauenerregenden Zerstörungsprozesses ist.

Das besondere an diesem Roman ist nicht nur, dass er spannend und sehr unterhaltsam ist. Er zieht einem ein emotionsgeladenes Kleid über, dass man während und auch nach dem Lesen nicht abstreifen kann. Diese elektrisierende Wirkung hindert den Leser jedoch nicht daran über die tatsächlichen, wahren Umstände – nämlich die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen nachzudenken.

Aminas Restaurant – Michael Lüders

Tolle Kochkünste, ein erstaunlicher Geschichtenerzähler und ein Zusammenprall verschiedenster Kulturen. Ein echtes, nicht ausschließlich kulinarisches, Feuerwerk!

In Bremen eröffnet eine Familie aus Marokko ein Restaurant und verzaubert einen märchenhaften Sommer lang ihre Gäste – bis Schatten diesen Ort des Glücks verdunkeln, am Ende aber die Liebe siegt. Es ist Liebe auf den ersten Blick, als der Student Alexander auf einem Bremer Wochenmarkt die schöne Jasmina entdeckt. Und nicht nur ihm ergeht es so in diesem wundersamen norddeutschen Sommer. Jasminas Mutter Amina eröffnet direkt am Lesumer Deich ein marokkanisches Restaurant, und während sie die Kundschaft mit orientalischen Köstlichkeiten verzaubert, entführt Vater Sid Mohammed die Gäste mit seinen Geschichten in eine ferne Wirklichkeit. Schnell ist Aminas Restaurant ein Wallfahrtsort für all jene auf der Suche nach sich selbst, nach ihren Träumen und Sehnsüchten. Doch nicht jedem gefällt dieser glückliche Ort, und eines Nachts kommt das böse Erwachen.

Aminas Restaurant erzählt die mitreißende Geschichte von Auswanderern, die mit viel Leidenschaft ihren Tätigkeiten nachgehen. Letztlich wollen sie alle dem Alltag entfliehen – mit Kochen, mit ihrem mitreißendem Erzählen von Geschichten. Und die Besucher des Restaurants wollen das Gleiche.

Die Geschichte ist sehr vielseitig. Zum einen schafft es Martin Lüders mit seiner Erzählweise so intensiv zu erzählen, dass die Gerichte förmlich auf der Zungenspitze des Lesers zu zergehen scheinen. Zum anderen sind die Geschichten, die erzählt werden, so spannend und fesselnd, dass man das Gefühl hat selbst im Raum zu sein und den Geschichten zu lauschen. Gleichzeitig – auch durch die Flüchtlingskrise mitverursacht – kommt es immer stärker zu einem Zusammenprall verschiedener Kulturen. Auch die damit einhergehenden Probleme und Ängste werden mit dieser Geschichte erfasst.

Der Koch -Martin Suter

Tolle Kochkünste, ein erstaunlicher Geschichtenerzähler und ein Zusammenprall verschiedenster Kulturen. Ein echtes, nicht ausschließlich kulinarisches, Feuerwerk!

Weltweite Finanzkrise, Bürgerkrieg in Sri Lanka und eine Firma, die in aller Verschwiegenheit boomt: ›Love Food‹ fürs diskrete Tête-à-Tête. Politische Gegenwart, Liebesgeschichte, Exotik und Sinnlichkeit – ein Roman, der keinen Wunsch offenlässt.

Der Koch ist wohl das faszinierenste Werk von Martin Suter. Im Mittelpunkt der Geschichte steht vor allem eins: das kulinarische Erlebnis. Und wenn Martin Suter eins kann, dann durch bloße Buchstaben auf Papier die verführensten Gerüche, die sinnlichsten Geschmäcker und die innigsten Gefühle zu vermitteln.

Nach der Lektüre möchte man wohl nur noch eins: die unfassbar tollen Geschmackserlebnisse nachkochen wollen. Wir wünsche einen guten Hunger – und viel Spaß beim Lesen!

Wir tun es für Geld – Matthias Sachau

Ehe aus steuerlichen Vorteil? 

Lukas heiratet zum Schein seine Mitbewohnerin Ines, damit sie Steuern sparen kann. Doch dann zieht unter ihnen ihr Finanzbeamter ein; Ekkehard Stöckelein-Grummler. Nun müssen Ines und Lukas richtig Ehe spielen – was nicht wirklich gut funktioniert. Und Ekkehard setzt sich auch noch in den Kopf, die »Beziehung« seiner neuen Freunde zu retten.

Ein genial aberwitziges Buch über die Ausnutzung des Steuersystems in Verbindung mit Alltagskomik. 

Die Geschichte beginnt bei der Hochzeit von Lukas und Ines – zwei anderweitig vergebenen WG-Kollegen, die heiraten, damit die gut verdienende Ines viel Steuergeld durch Ehegattensplitting sparen kann. Mit dem Einzug des Finanzsachbearbeiters in die Wohnung unter ihnen, beginnt die Geschichte erst richtig  witzig zu werden. Um nicht aufzufliegen, versuchen sie nach außen hin eine „richtige“ Ehe statt der Scheinehe zu führen. Dass das nun zu Gefühlschaos unter allen Beteiligten führt ist abzusehen. 

Matthias Sachau schreibt mit Witz über eine ungewöhnliche Situation und regt den Leser dauerhaft zum schmunzeln an. 

Er ist wieder da – von Timur Vermes

Eine lustige Fiktion, die einem Schauer den Rücken runterlaufen lässt.

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere – im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und trotz Jahrzenten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und „Gefällt mir“-Buttons.

Eine Persiflage? Eine Satire? Eine Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes‘ Romandebüt ist ein litarirsches Kabinettstück erster Güte.

Er ist wieder da – eine erschreckende Vorstellung. Doch in dieser erzählten Geschichte ist sie real!

Timur Vermes schafft es in dieser Erzählung Hitler wiederaufleben zu lassen. Die Sprache, die Gedanken und seine Analysen lassen einen Einblick in den Kopf des Fanatikers zu. Dabei geht man als Leser mehrere Stadien durch, die von Seite zu Seite sprunghaft wechseln können: man lacht, ist traurig, entsetzt und letztlich auch wütend. Das gelingt Hitler aber auch nur deswegen, weil er die neueren gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen durch eine veraltete Brille hindurch wahrnimmt und dabei kritisiert, was wir bereits als den gewöhnlichen Alltag angenommen haben. Dennoch möchte man ihm nicht recht geben und zwingt sich ihm zu widersprechen, ja kämpft dagegen ihm in einigen Punkten nicht zuzustimmen.

Alles in allem ein gewagtes Werk. Es ist eine neuartige Art der Kunst die Geschichte neu zu verarbeiten und dabei gleichzeitig heutige Missstände aufzuzeigen. Sehr lesenswert!

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo – Christiane F.

Eine lustige Fiktion, die einem Schauer den Rücken runterlaufen lässt.

Im Alter von zwölf Jahren kommt Christiane F. in einem Jugendheim zum Haschisch, kurz darauf in einer Diskothek zum Heroin. Sie wird süchtig, geht vormittags zur Schule und nachmittags mit ihren ebenfalls heroinabhängigen Freunden auf den Kinderstrich am Bahnhof Zoo. Die Berlinerin Christiane F. erzählt mit minuziösem Erinnerungsvermögen und rückhaltloser Offenheit ihre traurige Geschichte. Ein Buch, das in den 70er Jahren Deutschland erschütterte – und bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Dieses Buch überzeugt nicht durch den Erzählstil – die Formulierungen sind recht einfach gehalten. Die Sätze sind kurz, die Informationen dafür umso reichhaltiger. Was jedoch viel eher überzeugt ist die Wahrheit, mit der man konfrontiert wird.

Nicht nur am Ende des 20. Jahrhunderts, sondern auch heute werden wir mit einer immer größer werdenden Menge an drogenkonsumierenden Jugendlichen und jungen Menschen konfrontiert. Die schlichte Art und Weise, wie der Leser die Geschichte der jungen Christiane erfährt, lässt das schwer verdauliche Thema der Drogensucht besser erfassen. Zwar mag heutzutage die Zahl der Jugendlichen, welche harte Drogen konsumieren, gesunken sein. Dennoch bleiben die zugrundeliegenden Probleme, die genau solches Fehlverhalten verursachen, die gleichen. Daher ist die Lektüre dieses Buches nicht nur im Hinblick auf die Drogenproblematik, sondern auch im Hinblick auf Mängel in unserer Sozialstruktur sehr empfehlenswert.

Fundusz – Malgorzata Petlinska-Kordel

Eine erschreckende Aussicht auf die Wirkung des Geldes und die Macht der Wirtschaft.

Der Inhalt dieses Buches basiert auf dem Fall des Fonds für Auslandsverschuldung (Fundusz Obslugi Zadluzenia Zagraniczenego, kurz FOZZ). Auf der Warschauer Wertpapierbörse (GPW) kommt es zu bis dahin nie gesehenen Kursstürzen, die Investoren, Unternehmen und die gesamte polnische Wirtschaft in den Ruin stürzen. Piotry Milczek, ein junger Mitarbeiter im Ministerium der Finanzen, wird Teil einer speziellen Gruppe, die die Hintergründe dieses Preissturzes aufklären soll. Währenddessen entdeckt er, dass es zu gewaltigen Manipulationen kam, an denen auch die an der GPW gelisteten Unternehmen involviert sein könnten. Von dem Fall wieder abgesetzt, setzt er alles daran den für diese Manipulationen Verantwortlichen, Mysterien um den obersten Marktaufseher (KNF) sowie das Geheimnis von FOZZ zu aufzudecken. Er weiß nicht, dass gleichzeitig ein Machtkampf tobt, der zum Zerfall der Europäischen Union und zu einem weiteren europäischen Krieg führen kann. (frei übersetzt aus dem Polnischen)

Na warszawskiej Gieldzie Papierów Wartosciowych dochodzi do niespotykanych dotad spadków, które doprowadzily do ruiny inwestorów, przedsiebiorców i gospodarke. Piotr Mylczek, mlody pracownik Ministerstwa Finansów zostaje zaangazowany do specjalnego zespolu, który ma wyjasnic przyczyny zamieszania. Podczas pracy odkrywa, ze doszlo do olbrzymich manipulacji, w które moga byc zamieszane spólki notowane na GPW. Odsuniety od sprawy, postanawia za wszelka cene dowiedziec sie, kto stoi za spadkami na GPW, manipulacjami szefa KNF i tajemnica FOZZ. Nie wie, ze równolegle rozgrywa sie inna bitwa, która moze doprowadzic do rozpadu Unii Europejskiej i wojny w Europie.

Dieses Buch überzeugt nicht durch den Erzählstil – die Formulierungen sind recht einfach gehalten. Die Sätze sind kurz, die Informationen dafür umso reichhaltiger. Was jedoch viel eher überzeugt ist die Wahrheit, mit der man konfrontiert wird.

Nicht nur am Ende des 20. Jahrhunderts, sondern auch heute werden wir mit einer immer größer werdenden Menge an drogenkonsumierenden Jugendlichen und jungen Menschen konfrontiert. Die schlichte Art und Weise, wie der Leser die Geschichte der jungen Christiane erfährt, lässt das schwer verdauliche Thema der Drogensucht besser erfassen. Zwar mag heutzutage die Zahl der Jugendlichen, welche harte Drogen konsumieren, gesunken sein. Dennoch bleiben die zugrundeliegenden Probleme, die genau solches Fehlverhalten verursachen, die gleichen. Daher ist die Lektüre dieses Buches nicht nur im Hinblick auf die Drogenproblematik, sondern auch im Hinblick auf Mängel in unserer Sozialstruktur sehr empfehlenswert.

Die Säulen der Erde -Ken Follett

Ein fantastatischer und mitreißender Geschichtsroman – voller Intrigen und Spannung!

England 1123 – 1173: Es ist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, der junge Prior von Kingsbridge, träumt davon, eine Kathedrale zu errichten. Er und der Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die kluge Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe der Traum Gestalt annimmt und die Säulen der Erde buchstäblich in den Himmel zu wachsen beginnen …

Die Säulen der Erde ist ein Roman, der sich in seiner Erzählweise Thomas Mann’s Buddenbrooks sehr ähnelt. Während der Hintergrund der Geschichte in eine historische Erzählung verpackt ist, führt Ken Follett mit einer unvergleichlichen Liebe zum Detail in diese fantastische Welt vor fast 1.000 Jahren in England ein.

Ken Follett schafft es dabei die Geschichten der verschiedenen Protagonisten gleichzeitig bzw. parallel zu erzählen – gerade so, dass es immer spannend bleibt. Irgendwann werden die unzähligen Fäden der Geschichte miteinander verflochten und zusammengezogen. Heraus kommt ein sehr spannender und schöner Roman, der viel Spaß beim Lesen bereitet und der einem einen etwas anderen Blick auf das historische England vermittelt.

Der japanische Verlobte – Amélie Nothomb

Zeigt ansprechend und witzig die kulturelle und persönliche Seite Japans.

Zwei Jahre verbringt Amélie in Tokio. Zwei intensive und literarisch ergiebige Jahre. Einerseits war es die Hölle – in ›Mit Staunen und Zittern‹ berichtete die Autorin von ihrer demütigenden Abwärtskarriere bei einem japanischen Großunternehmen. Mit dem japanischen Verlobten jedoch erlebt Amélie Stunden von paradiesischer Heiterkeit. Das ist die andere Seite des Lands der aufgehenden Sonne – das ist das Japan, das sie liebt.

Mit dem japanischen Verlobten schafft es Amélie Nothomb mit ihrer einfach zugänglichen Erzählart den Leser an die Hand zu nehmen und in die verzaubernde Welt Japans einzuführen.

 Dabei gibt sie erstaunlich tiefe Blicke in ihr Privatleben, zeigt wie Japaner im zwischenmenschlichen Miteinander umgehen. Für Amélie ist der respektvolle und zum Teil distanzierte Umgang befremdlich und schwer zu handhaben, was wiederum zu unverwechselbar lustigen Situationen führt, die sie dem Leser so gut vermittelt, dass er den Clash of Cultures am eigenen Leibe spürt.

Gut zum Lachen und entspannen!

Mit Staunen und Zittern – Amélie Nothomb

Wer sich nach diesem Buch über seinen Chef beschwert, der muss wohl für einen Japaner arbeiten.

Sie hat es sich selbst eingebrockt: Aus Übermut und Neugier hat Amélie eine Stelle bei einem japanischen Unternehmen angenommen. Als Dolmetscherin, dachte sie, doch sie wird wegen ungebeten guter Leistungen alsbald strafversetzt. In die Buchhaltung. Dort wird ihr ein Crash-Kurs in Sachen Hierarchie erteilt. Eines ist von Anfang an klar: Eine Frau, zumal eine aus Europa, kann nur ganz unten einsteigen. Und noch tiefer fallen. Amélies letzte Wirkungsstätte sind die Toiletten, und an diesem «Örtchen» verbringt sie die lustigste Zeit ihres Lebens.

Mit dem japanischen Verlobten schafft es Amélie Nothomb mit ihrer einfach zugänglichen Erzählart den Leser an die Hand zu nehmen und in die verzaubernde Welt Japans einzuführen. Mit der gleichen Grazie schafft es Amélie aber auch, den Leser in die japanische Arbeitswelt zu ziehen.

Sie beschreibt ihren Alltag in einem typischen japanischen Großunternehmen. Dabei kommt es auch hier zu der unvermeidlichen Kollision von Vorstellungen und Kulturen. Dabei muss sie sich durch einen Dschungel an Verhaltensregeln, Erwartungen und Demütigungen kämpfen. Doch leider holt sie oftmals zu rabiat aus und trifft den Chef stets auf dem falschen Fuß. Das macht ihr Erlebnis nur noch schlimmer – und für den Leser wesentlich amüsanter!

Mindestens genauso empfehlenswert, wie „Der japanische Verlobte“.

Der Weg des Bogens – Paulo Coelho

Die inspirierende Anleitung von Paulo Coelho über Ziele und Loslassen.

Eine kleine Sensation:

Die inspirierende Anleitung von Paulo Coelho über Ziele und Loslassen. Mit Zeichnungen von Christoph Niemann.

Tsetsuya ist der beste Bogenschütze des Landes in einem abgelegenen Tal in Japan. Als ein ehrgeiziger anderer Bogenschütze ihn aufspürt und sich mit ihm messen will, stellt er sich der Herausforderung. Doch seine Lehren gibt er nicht an ihn weiter, sondern an einen unerfahrenen Jungen in seinem Dorf.

Der Weg des Bogens ist ein sehr kurzes Buch – auf nur wenigen Seiten werden recht simple Ideen dargestellt. Und dennoch schafft es Paulo Coelho, dass man nicht einfach nur durch das Buch „rauscht“, sondern das Gelesene verinnerlicht. Darüber nachdenkt. Dazu helfen auch die verschiedenen Zeichnungen, die die Themen Pfeil und Bogen, Ziele anvisieren und treffen, spannen und loslassen thematisieren und künstlerisch ansprechend darstellen.

Treffend wird gesagt:

„Man zielt –  und doch ist es bedeutungslos, ob man trifft oder nicht. In der alten Kunst des japanischen Bogenschießens wird die Zielscheibe zum Spiegel, der die Eigenschaften des Herzens und des Geistes reflektiert. All unsere inneren Widersprüche vermag es zu lösen, bis da nur noch Leere ist, in der wir Raum und Zeit vergessen, ganz bei uns sind.“

Es ist ein Buch zum Entspannen, ein Buch zum Entschleunigen. Man wird sich einzelner Elemente der Zen-Philosophie bewusst, die in jeder Kultur verankert sind: nämlich eine gute Balance zwischen An- und Entspannung zu finden.

Die Geisha – Arthur Golden

Die herzzerreißende Geschichte eines jungen Mädchens, das verkauft wird und ein Leben als Geisha führt.

Zu Beginn der 30er Jahre wird das einfache Fischermädchen Chiyo in die alte Kaiserstadt Kyoto gebracht. Nach einer qualvollen Ausbildung steigt zu einer der begehrtesten Geishas in ganz Japan auf. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach dem Untergang der alten Geisha-Kultur.

Ein bewegender Roman über ein Frauenschicksal aus dem Land der Kirschblüten.

Bei der Geisha handelt es sich um eine herzzereißende Geschichte eines jungen Mädchens, das verkauft wird und ein Leben als Geisha führt. Dabei wird ihr der ohnehin schon schwere Weg noch viel stärker durch Konkurentinnen erschwert.

Dennoch zeigt sich, dass Fleiß und Beharrsamkeit, ein eiserner Wille und die dazugehörige Disziplin einen Menschen befähigen  sämtlicher Widerstände zu trotzen und das anvisierte Ziel trotzdem zu erreichen.

Neben dieser mitreißenden Geschichte erfährt der Leser etwas über das „alte“ Japan. Ein Japan, wie es heutzutage nur noch in besonders alten Städten und nur noch in einzelnen Ecken zu finden gibt. Durch detailreiche Beschreibungen kann man in das dortige Leben eintauchen und kann mit etwas Glück die Japaner noch ein wenig besser verstehen.

Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy – Adaobi Tricia Nwaubani

Schnelles Geld, Lust am Leben und an der Liebe – und das in Nigeria! Eine exotische Welt. Für alle, die in Gedanken weit weg reisen möchten.

„Angewidert betrachtete er ein Bündel Nairascheine in seiner Hand und warf sie zu Boden. „Kings, sammle sie auf und wirf sie in den Müll“, sagte er. „Diese Scheine sind zu schmutzig für mein Portemonnaie.“ Damals hätte ich mich über das Spiel totlachen können. Doch das war vorbei, denn trotzschwachen schulischen Leistungen war Onkel Boniface unermesslich reich geworden.“

Das Buch „Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy“ erzählt die Geschichte eines Jungen, der in die Welt der Scam Mailer gerät und erfolgreich durchstartet, obwohl ihn anfangs das „Geschäft“ angewidert hat. Doch das viele Geld blendet den Jungen immer mehr, die Gier wird größer und die Betrügereien immer profitabler und riskanter. 

Man begleitet Kingsley auf diesem Strudel der nicht endenwollenden Betrügereien. Plötzlich erkennt man ähnliche Mails, die selbst bei einem (hoffentlich im Spam-) Ordner landeten. Man ist entsetzt, schockiert, begeistert und angewidert zugleich.

Die Lehren, die der junge Kingsley aus seinem Abenteuer zieht, sind hart erkämpft. Geld kann vieles, aber nicht die Liebe ersetzen, die ihm die Familie bietet. 

Wer sich für die Machenschaften der Scam Mailer interessiert und einen Einblick in deren Lebens- und Denkweise bekommen möchte, der hat seine Perle von Roman mit diesem Buch gefunden. Geld, Liebe und der steile Aufstieg aus der Armut – und das im eigentlich schwerarmen Afirka machen diesen Roman von Anfang an spannend und lesenswert. 

 

Sklavin – Mende Nazer

Ein authentischer Lebensbericht einer Sklavin im 21. Jahrhundert.

Eines der dramatischsten Frauenschicksale unserer Zeit – der authentische Lebensbericht einer Sklavin im 21. Jahrhundert.

Sklavin öffnet einem die Augen. Als Europäer glauben wir, dass die Sklaverei weltweit schon seit langem abgeschafft ist. Und doch trifft es tagtäglich hunderte und tausende von Menschen, die genau wie zu den barbarischen Zeiten Europas, sich Sklaven halten. Gemeint ist nicht die „Kapitalsklaverei“, von einigen Menschen als anderes Wort für Ausbeutung benutzt. Gemeint ist tatsächlich der Besitz und das Eigentum an einem Menschen.

Noch heute werden im Sudan und anderen Teilen Afrikas Menschen überfallen, Kinder verschleppt und versklavt. Viele bleiben ein Leben lang gefangen und haben keine Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben. Sie werden unterdrückt, geschlagen und leben oftmals in ständiger Angst.

Mende Nazer schafft es den Leser einzufangen, ihr vorheriges Leben bunt und detailreich zu beschreiben, nur um den Leser in die Hölle zu ziehen, die sie durchgemacht hatte. In außergewöhnlicher Art und Weise gelingt es ihr, ihre Schmerzen mitzufühlen, ihre Angst und ihre Aufregung mitzuempfinden. Ein Buch, das einem den Schauer über den Rücken laufen lässt – und zum Handeln auffordert.