Die Straße

Die Straße - Cormac McCarthy

Die Welt nach dem Ende der Welt

Ein Mann und ein Kind schleppen sich durch ein verbranntes Amerika. Nichts bewegt sich in der zerstörten Landschaft, nur die Asche im Wind. Es ist eiskalt, der Schnee schimmert grau. Sie haben kaum etwas bei sich: ihre Kleider am Leib, einen Einkaufswagen mit der nötigsten Habe und einen Revolver mit zwei Schuss Munition. Ihr Ziel ist die Küste, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 12. (1. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783499246005
  • ISBN-13: 978-3499246005
  • ASIN: 3499246007
  • Originaltitel: The Road
  • Größe und/oder Gewicht: 11,5 x 1,4 x 19 cm

Rezension

Kannibalen am Wegesrand. Sklavenheere marschieren mechanisch vor Ihren Haltern. Mittendrin: Ein Junge und sein Vater. Sie schieben einen rostigen Einkaufswagen vor sich her, der alles beherbergt, was sie in dieser düsteren Welt besitzen. Die Straße gen Süden ist ihr einziger Anhaltspunkt und Hoffnungsschimmer, denn inmitten des atomaren Winters ist der Norden zu kühl, um zu überleben. Der Vater weiß, welcher Gefahr er seinen Sohn mit dieser Reise aussetzt. Doch es gibt nur die eine Wahl. Die zwischen dem sicheren Tod, indem er aufgibt und dem wahrscheinlichen Tod, der sie mannigfaltig auf der Straße zu erwarten vermag. Allem voran ist die Hoffnungslosigkeit ihre größte Bedrohung. Wofür lohnt es sich, das nackte Leben im Elend weiter zu bewahren?

Mit „Die Straße“ hat Cormac McCarthy eine düstere Endzeiterzählung geschaffen. Die szenische, teils elliptische Erzählweise versetzt den Leser in die Rolle des Vaters und seines Jungen, die namenlos durch ein zerstörtes und verwahrlostes Amerika streifen. Blitzartig wird Absatz um Absatz aneinandergereiht. Die Handlung erscheint hierdurch zerrissen und doch fortwährend fließend ohne, dass Kapitel ihren Lauf unterbrechen könnten. Auf diese Weise gelingt es McCarthy, den Leser seiner Geschichte ebenso wenig entfliehen zu lassen, wie seine beiden Hauptcharaktere.

Für gewöhnlich schafft der Verzicht auf Namen Distanz zu den Charakteren einer Geschichte. Sie sind dann irgendein Junge. Irgendein Vater. McCarthy erzeugt mit der Anonymität jedoch genau den gegenteiligen Effekt und stellt den Leser auf eine emotionale Probe. Die Brutalität der von McCarthy geschilderten Realität wird so nüchtern geschildert, dass sie den Leser anzieht und fesselt. Neben ihr verblasst jedwede Differenz, wie Namen, die eine spezielle Identität schaffen könnten. Es sind vor allem Menschen, die dort durch die Einöde streifen. Es ist ein Mensch, der dieses Buch liest. Bis die Grenzen zwischen Ihnen verwischen und zitternde Finger die Seiten umblättern.

Über den Autor

Cormac McCarthy wurde 1933 in Rhode Island geboren und wuchs in Knoxville, Tennessee auf. Für sein literarisches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pulitzerpreis und dem National Book Award. Die amerikanische Kritik feierte seinen Roman «Die Straße» als «das dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte» (Publishers Weekly). Das Buch gelangte auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste und verkaufte sich weltweit mehr als eine Million Mal.

Mehrere von McCarthys Büchern wurden bereits aufsehenerregend verfilmt, «Kein Land für alte Männer» von den Coen-Brüdern, «Der Anwalt» von Ridley Scott und «Ein Kind Gottes» von James Franco.