Unsere Geheimtipps

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Feder im Sturm – Emily Wu

Emily Wu ist noch ein Kind, als Maos Kulturrevolution ihre Welt ins Chaos stürzt. Als Tochter eines Professors erlebt sie Unvorstellbares: Schikanen, Folter und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung – und immer wieder Repressionen und Demütigungen. Nur mit viel Mut und Erfindungsreichtum kann Emily den täglichen Überlebenskampf gewinnen. Am Ende geht sie als starke junge Frau aus den Jahren des Schreckens hervor – und einer ersten Liebe entgegen…

Bei Feder im Sturm, handelt es sich um ein imposantes Buch über das Leben des Autorin. Dabei – so schreibt sie selbst – versucht sie nur die Wahrheit aufzuschreiben. So mitreißend und schön diese zum größten Teil schrecklichen Erlebnisse auch beschrieben sind, so sehr erkennt der Leser einen sehr kritischen Blick auf die Zeit der Kulturrevolution.

Wir haben bereits einige Bücher vorgestellt, die ebenfalls die Kulturrevolution beleuchten – manche Sichtweisen waren positiv, manche negativ, manche durchmischt. Die Kulturrevolution ist eine Zeit des Umbruchs mit Tausenden Facetten – und mindestens eine dieser Facetten kann man durch das Lesen von Feder im Sturm entdecken.

Der Leser spürt den Schmerz, spürt die Kälte, spürt die Einsamkeit. Und einige der Methoden und des verbreiteten Schreckens lassen uns an alte Zeiten erinnern und erschauen… Für alle, die ihren kritischen Blick auf die junge Vergangenheit Chinas schärfen wollen.

Tödliches Wasser – Qiu Xiaolong

Der sechste Fall für Oberinspektor Chen

Eigentlich hat Oberinspektor Chens Urlaub am Taihu-See vielversprechend begonnen: In einem Straßenimbiss lernt er die attraktive Shanshan kennen, die sein Herz höher schlagen lässt. Die junge Umweltingenieurin öffnet Chen jedoch die Augen dafür, dass Chinas drittgrößter Süßwassersee durch die umliegenden Industriefabriken verseucht ist. Ihren Chef, der mit verantwortlich dafür war, hat man wenige Stunden zuvor tot aufgefunden – und Shanshan und ein junger Umweltaktivist stehen unter Mordverdacht. Keine Frage, dass Chen beginnt, undercover zu ermitteln …

Bei „tödliches Wasser“ handelt es sich um einen Kriminalroman. Genau nach der Art von Sherlock Holmes lässt Qiu Xiaolong den Leser fast bis zum Ende im Dunkeln tappen, bevor der Mordkomplott aufgelöst werden kann. Dabei verwendet der berüchtigte Inspektor Chen interessante Methoden des Verhörs.

Was nur auf den ersten Blick wie ein unterhaltsamer Kriminalroman aussieht, ist bei genauerem Hinsehen noch viel mehr. Es wird über die Kehrseiten des schnellen Wirtschaftsaufschwungs gesprochen, der insbesondere zu Lasten der Umwelt erst möglich wurde. Es wird über gesellschaftliche Probleme gesprochen und dass das Rechtssystem dem Grunde nach funktioniert – bis Politik im Spiel ist. Gleichzeitig wird auch sehr anschaulich dargestellt, wie es in einem eigentlich kommunistischen Land zu einer solchen Vermögenskonzentration auf einzelne Menschen kommen kann.

Abgerundet wird die China-Erfahrung, die durch das Buch erlebt wird, durch chinesische Gedichte: teilweise aus einer der vielen Dynastien, teilweise auch Stücke der Moderne. Und dann macht sich irgendwann der belesene Inspektor Chen selbst ans Dichten…